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Drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Laufende drittmittelgeförderte Forschungsprojekte

Projekttitel:

Bewegung in Zeit und Raum - Hängen (a)symmtrische Zeit-Raum Mappings von modalitätsspezifischen Verarbeitungsprozessen ab?

Projektbeschreibung:

Embodied Cognition Ansätze gehen von bidirektionalen Verbindungen zwischen kognitiven Repräsentationen wie beispielsweise Repräsentationen von Zeit und Raum und Bewegung aus. Zwei Koexistierende Erklärungsansätze stehen diesbezüglich im Widerspruch. Die Asymmetrie-Hypothese geht davon aus, dass räumliche Repräsentationen auf Bewegungen fundieren, und zeitliche Repräsentationen auf räumlichen Repräsentationen aufbauen. Demnach sind laut der Asymmetrie-Hypothese Zeit-Raum-Mappings asymmetrisch: Räumliche Repräsentationen haben einen größeren Einfluss auf zeitliche Repräsentationen als andersherum. Im Gegensatz dazu nimmt die "A Theory of Magnitude" (ATOM) an, dass Zeit und Raum in dem selben System verarbeitet werden, welches durch Bewegungen sich entwickelt. Dementsprechend geht die ATOM Hypothese davon aus, dass zeitliche und räumliche Repräsentationen sich gleich stark, d. h. symmetrisch beeinflussen. Während beide theoretischen Ansätze empirisch bestätigt wurden, zeigt eine genauere Betrachtung, dass die Befunde - teilweise - auf unterschiedlich starken Beiträgen verschiedener Modalitäten zu Aufgabenlösungen beruhen. Diese Annahme ergibt sich aus empirischen Erkenntnissen, welche zeigen, dass verschiedene Modalitäten unterschiedlich sensitiv für zeitliche und räumliche Informationen sind. Auditive Informationsverarbeitung ist zum Beispiel sensitiver für zeitliche als für räumliche Information, während visuelle Informationsverarbeitung sensitiver für räumliche als für zeitliche Information ist. Daraus folgt, dass für einen Test beider Hypothesen die relativen Anteile verschiedener Modalitäten für Aufgabenlösungen kontrolliert werden müssen. Das Ziel des Projektes ist die systematische Manipulation des Informationsgehalts verschiedener Modalitäten für Aufgaben, die akkurate zeitliche und räumliche Repräsentationen benötigen (z. B., das Fangen eines Balles). Der Nutzen und Neuwert des Projektes ist ein kritischer Test derAsymmetrie und ATOM Hypothese aus einer Embodied Cognition Perspektive, und damit ein wesentlicher Beitrag zur Klärung der Frage, in wie fern die (A)symmetrie von Zeit und Raum von modalitätsspezifischen Prozessen abhängt.

Förderorganisation:

DFG-Förderung von Oktober 2018 bis Oktober 2020; PIs: Prof. Dr. Rouwen Cañal-Bruland, Friedrich-Schiller-Universität Jena & Prof. Dr. Markus Raab, Deutsche Sporthochschule Köln; gemeinsam mit Jonna Löffler, Deutsche Sporthochschule Köln.


Projekttitel:

Die Fundierung zeitlicher und räumlicher Repräsentationen in Bewegung: Eine Untersuchung der Bidirektionalitäts- und der Asymmetrie-Hypothese aus einer Embodied Cognition-Perspektive

Projektbeschreibung:

Embodied Cognition erklärt das Phänomen, dass abstraktes Wissen wie Repräsentationen von Zeit und Raum zum Teil sensomotorisch fundiert ist. Auf der Annahme einer bidirektionalen Beziehung wird vorhergesagt, dass sowohl Bewegungen Einfluss auf die Wahrnehmung von Zeit und Raum haben als auch Änderungen von Zeit- und Raumrepräsentationen Bewegungssteuerung beeinflussen. Das Ziel des Projektes ist die empirische und systematische Analyse der Birektionalitäts-Hypothese aus einer Embodied-Cognition-Perspektive, die auf der Interaktion von Mensch und Umgebung durch Bewegung beruht. Empirische Befunde zeigen, dass einserseits Repräsentationen von Zeit durch räumliche Metaphern moderiert werden, wohingegen andererseits zeitliche Metaphern nicht in gleichem Masse räumliche Repräsentationen beeinflussen. Diese Asymmetrie in der metaphorischen Abbildung von Raum und Zeit erlaubt es, spezifische Vorhersagen experimentell zu prüfen. Der einzigartige Nutzen und Neuwert des Projektes ist die Untersuchung dieser Bidirektionalitäts- und Asymmetrie-Hypothese auf der Grundlage der Erfassung des Einflusses kinematischer Qualitäten von Ganzkörperbewegungen auf räumliche und zeitliche Repräsentationen und des Einflusses zeitlicher und räumlicher metaphorischer Instruktionen auf Bewegungsqualitäten.

Förderorganisation:

DFG-Förderung von Nov. 2014 bis. Feb. 2018; PI: Prof. Dr. Markus Raab, Deutsche Sporthochschule Köln; Co-PI: Prof. Dr. Rouwen Cañal-Bruland, Friedrich-Schiller-Universität Jena.